Eine Familie die echt ist

Nachdem ich mit 18 von einem Leben von Verboten, Gesetzen, Angst vor Strafe, einer sehr religiösen Erziehung die Schn... voll hatte, "kündigte" ich. Zuvor hatte ich mit 17 noch ein Jahr eine Bibelschule besucht, bin sozusagen noch einmal in die Vollen gegangen um dort DAS Leben mit Gott zu erleben. Pustekuchen.

Ich kündigte innerlich allen, die mir ein Bild von Gott eingeprägt hatten

Ich kündigte innerlich allen Predigern, meinen Eltern, schlussendlich allen, die mir ein Bild von Gott eingeprägt hatten, diesen vielen Worten, die mir keine Luft zum freien Atmen gegeben hatten. Ich sagte: „Gott, ich nenne Dich jetzt das letzte Mal so, denn Dein Name ist eine missbrauchte Schublade in mir. Doch ich verschließe mich nicht gegen Dich." Dann brach ich auch tatsächlich alle Kontakte ab... Eine harte Zeit begann. Nicht besser als vorher, nur anders gefärbt.

6 Jahre später versöhnte ich mich mit meinem Elternhaus und sie mit mir. Denn alles was geschah, war aus Unwissenheit. Meine Eltern hatten mittlerweile etwas Anderes kennengelernt, eine neue Kirche, und wollten das gern mit mir teilen. Doch ich wollte bloß meine Ruhe davon und reagierte allergisch. Nie wieder wollte ich mich in etwas hineinzwängen lassen. Ich hatte mir selbst etwas versprochen: Nie wieder gehe ich in eine Kirche/ Bewegung/ Gemeinschaft, wo von einem Sonntag zum anderen gelebt wird und das 24 Stunden Leben unberührt bleibt. Es muss dazu führen, dass ich Gott in meinem Alltag erlebe, an einem stressigen Tag, mitten beim Wäsche aufhängen, im lauten Getöse, ... einfach Gott DA, ein echtes LEBEN!!! Das war mein klarer Anspruch.

Ich erinnere mich nicht mehr genau, nur daran, dass mein Vater durch sein liebevolles Wesen es doch irgendwie schaffte, dass eine CD von Helmut Bauer in mein Haus kam. Ich hörte nur einige Sätze, dann sprang ich auf. Es ist schwierig zu beschreiben, was ich erlebte. In mir war es, als hörte ich das erste Mal jemanden die Wahrheit sagen. Es war wie ein tiefe Gewissheit, dass die Worte, die dieser Mann spricht, auch sein wirkliches Leben sind.

Von da an ging ich zum nächstgelegenen Treffpunkt (heute Zentrum Niedersachsen in Hildesheim). Nie zuvor habe ich solch eine Echtheit verspürt. Mein Alltag, mein Leben war getroffen und veränderte sich massiv. Der Druck der Religion wurde mir genommen und stattdessen verspürte ich eine Lebendigkeit und ungeahnte Freude. Legendär war am Anfang für mich persönlich, als ich das Buch Herrschaftszeiten las. Ich erfuhr, dass ich NEIN sagen darf. Nein zu Gefühlen und Gedanken, denen ich zuvor erlag. Ich war geschockt. Es war nicht nur die Info, sondern zugleich war es ein wirklicher Schlüssel.

Sofort hörten meine grausamen Alpträume auf, die mich mein Leben lang gequält hatten. Immer mehr wollte ich dieses neue Leben kennen lernen. Am Anfang erschien es mir in den Veranstaltungen ständig als würden riesige Backsteine von meinen Schultern fallen und ich wurde innerlich anhaltend immer leichter. Kurze Zeit später meldete ich mich zur WORT+GEIST Akademie an. Ich war gebannt und erstaunt, wie mein Bewusstsein zunahm und eine Konstante erhielt.

Ich hatte so viel von Gott gehört,

gelesen auch so viel spirituelles Wissen angeeignet, sowie die Psychologie für mich persönlich früh studiert. Doch nichts davon half mir oder gab mir eine wirkliche Veränderung. Das war nun das erste Mal anders. Die Worte, die gesprochen wurden, hatten auch die Auswirkung dessen, was sie aussagten.
Viele persönliche Wunder für mich begannen. Nach und nach habe ich entdeckt und tue es immer noch, dass ich eine große Familie gewonnen habe, die ganz anders ist, die echt ist. Ein Merkmal war für mich übrigens immer grundlegend und ich prüfte diese neue Kirche daran: Eine Sekte oder ein Sektenführer führt in die Abhängigkeit, ein echter Meister, die Liebe, Gott führt immer in das Entdecken in sich selbst hinein. In eine Unabhängigkeit, zu einem Bewusstsein der Einzigartigkeit. Meine innewohnende Göttlichkeit wird mir mehr und mehr bewusst, dadurch ist Wertschätzung und Liebe zu mir und zu anderen möglich geworden.

Diese Liebe im Gegenüber zu erleben war und ist das Größte für mich. Mein Leben ist ein riesiges Abenteuer geworden. Heute bin ich 33 Jahre alt und doch gespannt wie ein Kind und lasse mich überraschen! Das wurde mir geschenkt und ich bin jeden einzelnen Tag unendlich dankbar für dieses neue Leben.
Estelle