Jugendliche bei WORT+GEIST

Hi, ich bin Lina und schon fast mein ganzes Leben bei Wort und Geist. Ich wollte gern erzählen, wie ich eigentlich ganz unerwartet zu meinem Ausbildungsplatz gekommen bin.

Während der neunten Klasse muss man sich entscheiden, ob man auf eine weiterführende Schule geht, um einen höheren Abschluss zu machen oder ob man mit dem Abschluss der neunten Klasse eine Ausbildung beginnt.

Meine Lehrer haben mir und meinen Eltern geraten nach einem Ausbildungsplatz zu suchen, da die weiterführende Schulausbildung aufgrund meiner Noten nichts für mich wäre. Eigentlich weiß ich bis heute nicht, wie meine Lehrer auf diese Idee gekommen sind, da ich die neunte Klasse mit einem Notendurchschnitt von 1,6 abgeschlossen habe und locker auf eine weiterführende Schule hätte gehen können.

Ausbildungsplatz ich komme!

Daraufhin habe ich angefangen, Bewerbungen zu schreiben, insgesamt 28. Davon habe ich 27 Absagen erhalten, weil ich die Bewerbungsfristen nicht eingehalten habe. Alle haben sich bereits im September für die Ausbildungen im kommenden Jahr beworben, ich habe leider erst im Januar damit begonnen, Bewerbungen zu schreiben. Die letzte offene Bewerbung war bei einem namhaften Automobil-Händler. Auch hier habe ich nicht damit gerechnet, positive Rückmeldung zu erhalten.

Kurz nach meiner Bewerbung haben sie sich jedoch gemeldet und meinten, dass ich gut in ihr Team passen würde und sie mich gern persönlich kennenlernen möchten. So habe ich kurzfristig ein Vorstellungsgespräch bekommen. Da ich noch in der Schule war, haben Sie den Termin mit meinen Eltern ausgemacht, die mich mit einer Bluse im Gepäck abgeholt und zum Vorstellungsgespräch gefahren haben. Ich war also völlig unvorbereitet, wusste nichts weiter über das Unternehmen und war in meinem Schuloutfit, bis auf die Bluse.

Im Gespräch haben sie zu mir gesagt, dass ich von meiner Persönlichkeit super in das Team passen würde und meine Noten vollkommen in Ordnung sind.
Eine Woche nach dem Vorstellungsgespräch haben sie sich gemeldet und mir mitgeteilt, dass ich den Ausbildungsplatz bekomme.

Normalerweise stellen sie nur Abiturienten ein, da die Ausbildung anspruchsvoll ist. Jedoch wollten sie gern ein neues Konzept ausprobieren und haben daher erstmalig mit mir keine Abiturienten oder Realschul-Absolventen eingestellt.

Jung, dynamisch und einfach nicht aufzuhalten

Ich glaube, das Konzept geht auf. Ich bin im zweiten Lehrjahr, schreibe nur gute Noten, also Einser und Zweier, selten ist mal ein Dreier dabei. Schlechtere Noten habe ich nicht. Man kann also sagen, dass ich trotz meines jungen Alters den Anforderungen gewachsen bin.

In der Firma selbst verstehe ich mich eigentlich mit jedem gut, sogar mit Kollegen, die sonst keiner so richtig mag. Ich war ein halbes Jahr in der Abteilung unserer Ausbildungschefin. Alle haben Respekt bzw. Angst vor ihr, weil sie sehr streng ist und zum Teil ziemlich unfreundlich oder unfair. Obwohl ich selber Angst davor hatte, in Ihre Abteilung zu kommen, habe ich mich zusammen gerissen und mir gedacht: „Lina, du musst da durch! Es gibt immer Situationen oder Abteilungen wo es schwieriger sein wird, aber das gehört dazu. Du rockst das!“ Und genauso ist es gekommen. Die Chefin, mit der keiner der Azubis klar kommt, mag mich und die Arbeit in ihrer Abteilung war überhaupt nicht schlimm. Sie und ich verstehen uns sogar ganz gut, das kann kein anderer von den Azubis behaupten.

In eineinhalb Jahren habe ich meine Ausbildung beendet und nach aktuellem Stand werde ich das locker schaffen.

Lina