Mein Weg bei WORT+GEIST, so ging er los:

Vor zwölf Jahren habe ich mich an der WORT+GEIST Fernbibelschule angemeldet und bin zum ersten Fernbibelschultreffen nach Röhrnbach gefahren. Auf dem Rückweg erhielt ich einen Anruf, dass meine Mutter, die mit meinem Vater auf dem Weg zu mir war, eine Lungenembolie hatte und nun im Krankenhaus im Koma liegt.

Als ich am nächsten Morgen in die Uni fuhr, habe ich zum Teufel gesagt (das war mir damals schon klar gewesen, dass es nur der Teufel sein kann, der jemand Kerngesundes von einem auf den anderen Moment umsägt): „Und wenn Du mir meine Mutter nimmst, ich bleib bei WORT+GEIST und geh weiter!“

Zwei Wochen später war sie tot und ich ging einfach weiter mit WORT+GEIST.

Vor fünf Jahren hat man mich mit Burnout und Depressionen zur Kur geschickt (kein Wunder: In meiner natürlichen Familie hat jede Generation Depressionen und Minderwertigkeit gehabt). Ich wollte da nicht hin, weil ich spürte, dass die mir dort auch nicht helfen können. Aber ich fuhr trotzdem, weil meine damalige Leitung mir sagte, ich solle das machen.

Die Kur war furchtbar. Am Wochenende fuhr ich in die Schweiz zu einer Veranstaltung von WORT+GEIST. Thomas sprach. Zum Schluss sagte er diesen einen Satz: „Was bis heute war, ist alles vorbei. Es ist alles vorbei!“ Das ging mir so rein, das habe ich ihm einfach geglaubt. Am nächsten Morgen mitten in der Rückengymnastik in der Kur, auf dem Bauch liegend, kamen die ganzen Symptome wieder: extreme Erschöpfung, schwermütige Gedanken, Ängste und ich hatte plötzlich nur eines in mir: Es ist vorbei! Das habe ich innerlich zu all diesen Symptomen gesagt und sie verschwanden wieder - wie gekommen, so zerronnen.

Von da an ging es bergauf

Das hat mich fasziniert, dass jemand an meinem immer denkenden Verstand vorbei Worte in mein Innerstes sprechen und es aktivieren kann. Mir war bis dahin gar nicht bewusst, dass da drin noch ein anderes Leben schlummert. Seitdem habe ich nur noch denen mein Vertrauen geschenkt, die dieses Innenleben ernähren. Ein paar Wochen später hatte ich das Vorrecht, mit Alexander Fuhrmann telefonieren zu dürfen. Ich brauchte Rat in einer bestimmten Sache und er sagte diesen einen Satz immer wieder: „Was hast du in dir?“ Das hatte mich bisher noch nie jemand gefragt. Das hatte bisher noch nie jemanden interessiert!
Diese Frage ging so rein, dass ich bis heute bei jeder Entscheidung zuerst kurz in mich hinein höre und dann weitergehe.

Und das begeistert mich. Das macht mich so stark. Das macht mich selbstständig. Ich kann das tun, was ich will und muss nicht mehr das tun, was der und der meint, was richtig ist. Vorher war ich immer abhängig von Anderen.

So ist aus einer kleinen grauen Maus, die unauffällig durch ihr Leben schlich, bemüht, es jedem Recht zu machen, keine Kritik vertragen hat, minderwertig bis zum Anschlag war, auf gar keinen Fall irgendetwas Unbekanntes ausprobieren wollte, total verklemmt und voller Ängste war, eine stabile strahlende Persönlichkeit geworden, die heute selbstständig ist und Angebote für 120 Kinder in der Woche durchführt (die ja durchaus sehr ehrlich und direkt sind und man weiß nie, was ihnen als nächstes einfällt).

Ich habe mehrere Fortbildungen absolviert, weil ich so Lust auf Neues habe und so viel ausprobieren möchte, was ich mich bisher nicht getraut habe und es macht unendlich viel Spaß. Ich genieße jeden Tag und freue mich, endlich frei leben zu können!

Ich hör so gerne die Worte, die bei WORT+GEIST gesprochen werden, weil die mein Innerstes mehr und mehr herauskitzeln und ich bin so gespannt, was da noch hervorkommt.

Und die Musik - einzigartig! Ich bin tätig als Musikpädagogin und mir ist durchaus bewusst, was Musik im Körper und der Seele bewirkt, aber diese Musik ist nochmal ganz anders. Die Töne berühren mich in meinem Innersten und hinterher bin ich anders. Ich fühle mich nicht anders, sondern ich bin anders. Leichter, freier, unbeschwerter, erfüllter. Eine Füllung, die bleibt und nicht beim nächsten Windhauch wieder verschwunden ist.
Unglaublich, so etwas habe ich noch nirgendwo erlebt.
Annekatrin